2026

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#Die große Discounter-Tour

14.06.2026

Ziel:                Waldschenke Hörnle

Wetter:          "Güglingen hat einen sehr schön bepflanzten Kreisel"

Treffpunkt:    10:00 Uhr ARAL Tankstelle Wilferdingen

Teilnehmer:  8 Mopeds, 1 Vespa, 1 Stabmixer, 1 Kaffeemaschine

 

Es hätte ein lockeres Einfahren vor der Jahresausfahrt werden sollen. Die Zweitakter bereit, die Fahrer motiviert. Kurven, Sonne, Freiheit. Stattdessen wurde es eine unfreiwillige Rundreise durch die Parkplätze deutscher Discounter. 

Erster Stopp: Die gelbe Pannenhölle

Die ersten Kilometer liefen geschmeidig wie eine streichzarte Butter auf einem Croissant. Saftige grüne Landschaften zogen an den Frühaufstehern vorbei, der Fahrtwind blies sanft ins Gesicht. Klingt nach einem kitschigen Werbefilm - der in Oberderdingen abrupt endete. Die Schwalbe meldete sich mit einem Geräusch, das klang wie ein beleidigter Stabmixer.

Absteigen und schieben. „Da liegt was“ beobachtete einer das Spektakel, als wäre es das Frühstücksfernsehen. „Ja, meine gute Laune“ und die gerissene Kette der Schwalbe. 

„Dann geh doch zu NETTO“  - auf den Parkplatz - blieb ja auch nichts anderes übrig.

Nach minutenlangem intensivem Brainstorming, ob man direkt auf das örtliche Stadtfest gehen wolle, endlich das mobile Schweißgerät bestellen solle, rief man doch den Abholdienst an. 

Für den Rest der motorisierten und hungrigen Reisegruppe ging es weiter. Das Ziel lockte mit großen Portionen zum Mittagessen und atemberaubender Aussicht.

Der Weg dorthin. Wie verhext. Vollsperrungen. Überall. Man fuhr nicht durch die Region, man wurde darin im Kreis gehalten wie ein Hamster, der für den Ironman trainierte. 

Egal ob Handy oder innerer Kompass – alles zeigte nur noch eine Richtung an: „Bitte wenden.“ Die Maschinen schnauften, das Navi weinte, die Fahrer im Orientierungsdefizit.

Und so kam es, dass wir an diesem Tag viermal im exakt gleichen Ort vorbeikamen. Beim dritten Mal winkten sogar die Anwohner. Beim vierten Mal dachte man über einen Zweitwohnsitz nach. Irgendwann schafft man den Absprung und fand die richtige Ausfahrt und dann auch die Waldschenke Hörnle! Hurra! 

Gestärkt und gut gelaunt ging es wieder Richtung Heimat. 

Zweiter Stopp: Der Ort, an dem Träume verpuffen

Fünf Kilometer später maulte die Duo wie eine schlecht gelaunte Kaffeemaschine. Also wieder rechts ran – diesmal LIDL. Der Zweisitzer wurde fachmännisch zerlegt: Lüfterrad raus und rein, Wasser auffüllen, Filter wechseln, Kaffeebohnen, Satz leeren. Was man halt so macht sonntags. Der Parkplatz bot ausreichend Platz: LIDL lohnt sich. Weiter geht’s. 

Dritter Stopp: Die Endstation der Verzweiflung

Einen Kilometer später dampfte die Kaffeemaschine wie eine alte Lok. „Was riecht hier so komisch?“ Ob man Frust riechen kann? Oder war es doch die Kühlung, die sich endgültig verabschiedete. Man beschloss die Duo nicht weiter zu quälen und stehen zu lassen: „Besser leben.“ 

So standen wir bei REWE. Dein Markt. Unser Treffpunkt – für die Abholung. 

Ein Eisautomat ein paar hundert Meter weiter, versüßte die Wartezeit mit Erdbeergeschmack. Für die kleinen Momente des Glücks.

Am Ende dieses Tages stand fest: Das war keine Ausfahrt, das war eine pädagogisch wertvolle Lehrveranstaltung in Geduld, Improvisation und Parkplatzkunde. Man hatte mehr Discounter gesehen als Kurven und dank der Vollsperrungs‑Lotterie sogar viermal denselben Ort besucht. 

Kurz gesagt: eine unvergessliche Tour – und ein sehr schön bepflanzter Kreisel in Güglingen! 

#Zitterpartie

17.05.2026

Ziel:                Nagoldtalsperre

Wetter:          "Es wäre ein Pullover gut gewesen"

Treffpunkt:    10:00 Uhr ARAL Tankstelle Wilferdingen

Teilnehmer:  6 Mopeds internationaler Herkunft und 1 Servicefahrzeug

 

Nachdem der Wettergott uns im April nicht in die Karten gespielt hatte, startete am Sonntag, den 17. Mai nun endlich auch für die Mopedos die Saison mit der ersten offiziellen Ausfahrt.

Treffpunkt war, wie gewohnt, die Aral Tankstelle in Wilferdingen, wo sich acht tapfere Gipfelstürmer mit sechs Zweirädern internationaler Herkunft samt Begleitfahrzeug versammelten.

Das Wetter versprühte einen Hauch von Frühling und so ging es hoch motiviert los in Richtung Etappenziel Nagoldtalsperre.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass diese Ausfahrt zu einer echten Zitterpartie werden würde.

Bereits auf dem Weg bei Calmbach wurde von allen Reitern voller Überraschung festgestellt, dass es im Schwarzwald doch deutlich kälter ist, als in der Heimat.

Den Feuerstühlen kam das allerdings entgegen, woraufhin Höhenmeter um Höhenmeter in einem, für diese hubraumarmen Fahrzeuge, beachtlichen Tempo erklommen wurden.

Am Etappenziel angekommen, hatten die Außentemperaturen und die der Oberschenkel, den einstelligen Bereich erreicht. Und so freute man sich auf eine warme Zwischenmahlzeit in der gemütlichen Stube des Gasthofs Seeheiner. Die leckere Kartoffelsuppe war der absolute Favorit, um die Körpertemperatur wieder in dem Normbereich zu bringen.

Anschließend machten sich alle gestärkt und aufgewärmt wieder auf den Nachhauseweg, über zahlreiche Berge und Täler.

Bei einer längeren Bergabfahrt machte sich plötzlich ein eigenartiger Geruch in den Nasen mancher Mitstreiter breit. Nein, mit dem gewohnten Zweitakt-Duft hatte das wahrlich nichts gemein. Kurze Zeit später gab sich die Herkunft dieses beißenden Gestanks, durch eindeutige Rauchzeichen aus der Hinterachse der Kreidler, zu erkennen.

So wurde kurzerhand ein Zwangsboxenstopp am Fahrbahnrand eingelegt. Ein fachkundiger Blick auf die glühende Radnabe ließ sofort erkennen: „Die Bremse ist fest!“ Dieses Problem ließ sich aber, im wahrsten Sinne des Wortes, durch beherztes Klopfen lösen und die Gruppe konnte ihre Fahrt gen Heimat unverzüglich fortsetzen.

Mit dem Ziel Wilferdingen vor Augen, kletterten dann auch wieder die Temperaturen, zur Freude aller Beteiligten, sprunghaft nach oben.

Dort angekommen, lud das Fischerfest abschließend ein, das Erlebte und die eine oder andere gebackene Forelle, zu verdauen. Knapp 150 km waren abgespult. Die Fahrzeuge, von denen keines jünger als 46 Jahre alt war, haben gehalten und die Mopedos letztendlich auch… mit der Erkenntnis, dass das nächste Mal vielleicht noch ein Pullover extra mit eingepackt werden sollte. 

Bericht: Chris K.

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